(Bericht und Fotos: LV-Trainer Radball Tristan Vollbrecht)
Für die beiden U19-Mannschaften des RSVN-Radball-Kaders ging es auf internationale Fahrt über das Himmelfahrt Wochenende. Der Landesverbandstrainer, Tristan Vollbrecht, organisierte ein Trainingswochenende mit der britischen Nationalmannschaft und weiteren Radballbegeisterten aus Bath, in der Nähe von Bristol.
Die Reise startete am Mittwochmorgen in der Landeshauptstadt Hannover. Die beiden U19-Teams der Vereine RV Stahlross Obernfeld und RV Wanderlust Gieboldehausen, sowie der Trainer von Wanderlust, Dirk Grobecker, machten sich über Holland, Belgien bis nach Calais, Frankreich auf den Weg nach England. Der erste Tag endete mit der Fährüberfahrt nach Dover und einer Zwischenübernachtung in Canterburry.
Am Donnerstag stand dann Sightseeing in London auf dem Programm. Die Reisegruppe machte sich am Morgen auf in die Hauptstadt. Es wurden viele bekannte Orte erkundet. Angefangen mit dem London Eye, weiter zum Big Ben und dem Buckingham Palast. Auch der Piccadilly Circus und die Tower Bridge worden besichtigt. Für die Eichfelder Jungs war es eine sehr aufregende Stadt. Typisches britisches Fish & Chips gab es beim Borough Market. Nach einem aufregenden Tag in der City ging es weiter in Richtung Bath. Wir lernten die schöne britische Landschaft kennen und erreichten am Abend unser Ziel. In Bath angekommen wurde das von den englischen Radballern organisierte AirBnB bezogen.
Am Freitag zeigte uns Felix die Stadt Bath. Zunächst haben wir die Aussicht über die alte britische Stadt genossen, anschließend wurde in einer Runde Minigolf der Küchendienst für das Wochenende ausgespielt. Am Abend zeigte uns Felix bei einem gemeinsamen Abendessen, wie der britische Radball vor etwa 10 Jahren mit dem Sport angefangen hat. Zunächst zockten die Jungs im Park mit Mountainbikes und einem Fußball auf provisorische Tore. Nach etlichen Anläufen, eine Halle in der Stadt zu bekommen, funktionierte dies schlussendlich. Auch hier zunächst mit Mountainbikes. Dank dem Einsatz um Marco Wagner wuchs der englische Radball im Laufe der Zeit bis heute stetig an. Felix berichtete auch von dem Austausch mit Schiefbahn (Marius Hermann und Sven Holland-Moritz) und Dornbirn (Patrick Schnetzer und Stefan Feuerstein) 2019.
Der sportliche Teil des Austausches begann nun am Samstag. Morgens um 9.00Uhr starteten wir gemeinsam einen Parkrun in Bath. Im Laufen haben die Engländer die Nase vorn gehabt und Felix beendete die 5km-Runde nach etwas mehr als einer Viertelstunde. Alle weiteren Sportler waren danach bestens aufgewärmt, um die erste von insgesamt vier Trainingseinheiten zu absolvieren.
Von 11 bis 13Uhr stand die erste Einheit an. Zunächst worden die britischen Teams mit den Deutschen Teams gemischt, damit sich alle Sportler und Sportlerin kennenlernen konnten. Es war schnell ein Überblick verschafft und beim Mittagessen wurden die nächsten Trainingseinheiten geplant. Für Trainer Felix stand für die britische Nationalmannschaft um Jenson und Marc vor allem das Offensivspiel im Fokus. Bei der zweiten Einheit des Tages von 15 bis 17 Uhr zeigten die Kaderteams einige Offensivaktionen und die britischen Mannschaften machten es nach. In den nachfolgenden Spielen galt es, das Gelernte umzusetzen und Videomaterial zu sammeln für die Videoanalyse. Am Abend verfolgten wir noch die Junioren-EM in Höchst.
Der zweite Radballtag startete um 9.00 Uhr mit einer zweistündigen Einheit. Der Fokus dieser Einheit war das Passspiel, hierzu mixten sich die Nationen und es wurden einige Angriffe durchgeführt. Beim gemeinsamen Lunch wurden die gesammelten Videoszenen besprochen. Die letzte Trainingseinheit hatte es nochmal in sich, es wurden noch etliche Spiele in den zwei Stunden durchgezogen und alles rausgeholt, um das erfolgreiche Trainingswochenende bis zur letzten Sekunde zu nutzen. Anschließend tauschte man Gastgeschenke aus. Für Felix haben wir ein Kadertrikot designen lassen. Ebenso gab es Autogrammkarten von Weltmeister Raphael Kopp aus Obernfeld.
Anschließend stand noch die Rückfahrt bis Canterburry an, ehe es dann am Montagmorgen wieder mit der Fähre nach Frankreich und von da aus nach Hause ging. Gegen 21:30 und nach knappen 2.300 km endete der spannende und erfolgreiche Austausch wieder in Hannover.
Fazit: Der Radball in England wächst weiter an, vor Ort sind die Bedingungen für Trainingszeiten sehr schwierig und es ist bemerkenswert zu sehen, mit wie viel Energie insbesondere Felix den Radball wachsen lässt. In Zukunft bleibt es abzuwarten, wie sich die weiteren Mannschaften entwickeln. Mit Pierce und Bede besteht vielleicht die Möglichkeit, ein irisches Nationalteam heranzuziehen. Tristan sieht vor allem die sportliche Entwicklung sehr positiv. Das erste Zusammentreffen zwischen dem Landestrainer und den Briten 2024 beim internationalen Radball-Camp in Frankfurt und heute zeigen Welten. Viel Trainingsfleiß und bemerkenswerte Arbeit. Die Spielerin Skye aus dem möglichen britischen Damenteam zeigte mehr als bemerkenswerte Fortschritte; hervorzuheben ist der Schuss der Sportlerin. Es kann bei all den widrigen Umständen weiter an dem nächsten WM-Sieg gefeilt werden und es bleibt spannend, die Radball Entwicklung auf der Insel zu verfolgen. Hoffentlich sehen wir die Sportlerin Clementine und Skye bei den Radball-Damen auf der WM. Abzuwarten bleibt auch, ob sich weitere Teams um die britische Nationalmannschaft bilden, an dem Arrangement von Felix und Co scheitert es jedenfalls nicht.
Die Gastfreundschaft war hervorragend und es ist sehr zu empfehlen, weitere Treffen mit der Radballfamilie zu organisieren.
Einen großen Dank an unseren Sponsor für die Bekleidung, Markus Kellner aus Göttingen. Ebenso an den ICWW und den Radsportverband Niedersachsen für die finanzielle Unterstützung dieser großartige Reise.

