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MTB-Nachwuchs aus Niedersachsen zieht beim Kellerwald Bike Marathon in Hessen am Horn

(Bericht und Fotos: Marcus Lemke)

Am Sonntag, 19.4.2026, wurde im hessischen Gilserberg der 27. SKS-Kellerwald-Bikemarathon ausgetragen Die Teilnehmenden konnten bei der Meldung zwischen vier Streckenlängen wählen (26 km, 46km, 86km und 127 km) und der niedersächsische MTB-Nachwuchs machte davon regen Gebrauch. Mit Erfolg: Denn für die Sportlerinnen und Sportler aus Buchholz, Bramsche, dem Solling und aus Springe sprangen ingesamt fünf Podestplätze heraus.

Loisa Lüer und Lotta Fißer (beide RSG Nordheide) traten auf der Schloßbergrunde über 26 km an und lieferten sich während des gesamten Rennens einen packenden Zweikampf um die Führung in der Damenklasse, den Loisa nach einer Renndauer von 1:16:10 Std. mit einem Vorsprung von 32 Sekunden für sich entscheiden konnte. Loisa sicherte sich damit Platz 1 in der Gesamtwertung der Damen, während Lotta mit einer ebenfalls herausragenden Leistung den Silberrang bei den Damen vor Evelyn Behre (DDMC Solling) erlangen konnte.

Damit konnte Loisa ihr selbst gestecktes Ziel einer Top-Ten-Platzierung in der Gesamtwertung erreichen, denn Platz 1 bei den Damen bedeutet in diesem Fall auch Platz 6 in der Gesamtwertung über alle Geschlechter/Altersklassen.

Zum Rennverlauf befragt sagt Loisa: „Im Rennen waren meine Erfahrungen aus dem Cross hilfreich. Auf den technischen Abfahrten konnte ich die Herren vor mir das ein oder andere Mal überholen und für die anschließenden flacheren Teilstücke einen kleinen Vorsprung herausfahren. Ich freue mich schon darauf, im kommenden Jahr endlich auf der 45km Runde angreifen zu dürfen.“.

                                       
Lotta und Loisa nach Überqueren der Ziellinie                                            Julius Lüer nach 46km Schlammschlacht

Lotta hat sich zum Rennen so geäußert: „Also ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Ich habe mein bestes gegeben und für das erste Mountainbike Rennen bin ich sehr zufrieden. Die Veranstaltung war schön und die Strecke war sehr schön. Wir hatten Spaß und ich habe mich im Rennen gut gefühlt.

Auf der 46km Runde  stellten sich Julius Lüer (RSG Nordheide) und Ariano „Yano“ Altmann (TUS Bramsche / Base2Peak Racingteam) der Konkurrenz aus insgesamt 138 Teilnehmenden und zeigten beide, dass sie beim Kampf um die vorderen Plätze mehr als nur ein Wörtchen mitzureden haben.

Julius hatte sich vor dem Start zum Ziel gesetzt, eine Platzierung in der Top 10 und gleichzeitig den ersten Rang in der U17 zu erreichen. In beiden Fällen kann Julius einen Haken hinter die selbst gesteckten Ziele machen, denn Rang 8 in der Gesamtwertung geht in seinem Fall mit Platz 1 in der U17 einher. Stark! Sein drittes Ziel – die Rennzeit aus dem Vorjahr nochmal zu verbessern – konnte er zwar nicht verwirklichen. Dies lag allerdings nicht am Trainingszustand, sondern an den extrem schlammigen Streckenbedingungen, die im Vergleich zum trockenen Vorjahr keine schnelleren Rundenzeiten möglich gemacht haben. Zum Rennverlauf sagt Julius: „Im Rennen bildete sich hinter dem Führenden leider keine Gruppe die zusammengearbeitet hat, was dazu führte, dass ich das Rennen fast komplett alleine bestreiten musste. Eine markante Stelle im Rennen war die Flussdurchfahrt (Video auf dem Kanal von dem MTB Marathon Gilserberg) die durch die vielen Niederschläge in der Nacht zuvor überraschend tief war.“ Julius überquerte den Zielstrich nach 2:02:04 auf einem hervorragenden 8. Platz im Gesamtklassement.

Yano meldete sich nach einer längeren Phase halbwegs überstandener Knieprobleme  mit einem starken 16. Platz overall zurück. Mit diesen beachtlichen Leistungen konnte Yano sich zudem souverän den 2. Platz in der Altersklasse U17 hinter Julius sichern.

                   
Yano Altman (2), Julius Lüer (1) und Jonathan Sanders (3)          Lotta Fißer (2), Loisa Lüer (1) und Evelyn Behre (3)

Zum Rennverlauf sagt Yano: „Für mich war der Kellerwald Marathon eine tolle Erfahrung. Ich habe zwar trainiert, dennoch wusste ich noch nicht wirklich, was es bedeutet 2 Stunden beziehungsweise 45 km mit 1000 Höhenmeter im Renntempo zu fahren. Die Strecke war einfach super! Steile Berge, schnelle Abfahrten und auch noch eine Bachdurchfahrt – einfach klasse Team und auch die gute Gemeinschaft war so viel wert. Samstags hatten wir noch als Team trainiert. Danke an Joris und Aaron für Ihre Hilfe, Tipps und Geduld! Überrascht hat mich, wie schnell die circa 150 Fahrer vom Start losgefegt sind. Kein Unterschied zu XCO Rennen! Besonders hart wurden dann die letzten 20 km und es hat geholfen, als Vierergruppe zu kämpfen. Der letzte Kilometer war ein langer Sprint mit Henry Keller und am Schluss hat uns aufgrund der Schlammschicht niemand mehr erkennen können. Der Organisation gebe ich eine zehn von zehn. Ich bin froh und stolz den ersten Mountainbike Marathon gemeistert zu haben, und freue mich schon auf der nächsten.“


Yano Altmann während und nach dem Rennen

Bei der Elite stellte sich der 21 Jahre alte Joris Lemke (Team Springe / Base2Peak Racingteam) der Langdistanz über 127 km mit über 2800 Höhenmetern. Der Start der Langstrecke über 127 km erfolgte um 9:15 Uhr als gemeinsamer Massenstart mit den Teilnehmenden der 86 km-Strecke in der Ortsmitte von Gilserberg und begann – wie auch die 46km-Runde – mit einer neutralisierten Einführungsrunde über eine Distanz von rund 3 km, die das Fahrerfeld dann noch einmal durch den Zielbogen führt, bevor das Rennen als solches anschließend durch den Startschuss freigegeben wird. Hierdurch haben die Zuschauer die Möglichkeit, ihre Favoriten in den ersten 10 Minuten des Rennens gleich zweimal anzufeuern.

Durch eine am ersten langen Anstieg gesetzte Attacke von Lemkes Teamkollegen, dem hessischen Fahrer Aaron Wilhelmi, hatte sich nach etwa 15 km eine 4-köpfige Spitzengruppe um Joris Lemke gebildet, die in dieser Konstellation während der ersten rund 30 Rennkilometer Bestand haben sollte. Zu dieser Gruppe zählten der Schweizer Finn Rickli, der ebenfalls auf der Langstrecke antrat und daher in direkter Konkurrenz zu Joris Lemke fuhr, ferner hielten sich hier der Deutsche Meister der Masterskategorie I, Sascha Starker und der später Zweitplatzierte der 86km-Strecke Sven Pollack auf. Durch einen Ausreißversuch zu diesem Zeitpunkt des Rennens konnte Joris Lemke zwar eine Lücke von etwa 30 Sekunden reißen, entschied sich dann aber dazu, sich zunächst wieder einholen zu lassen, um nicht die gesamten 127 km allein im Wind fahren zu müssen. Die Gruppe hielt jedoch nicht lange, zumal unter den Mitfahrern die Erwartung zu bestehen schien, dass Lemke die Führungsarbeit überwiegend allein erledigen sollte, so dass Joris sich erneut mit einer weiteren Attacke von der Gruppe absetzte und das Ziel dann nach 5 Stunden und 36 Minuten als Solist und mit einem Vorsprung von 8 Minuten auf den Zweitplatzierten Finn Rickli erreichen konnte und sich damit den Gesamtsieg auf der Langstrecke sicherte.

  Joris Lemke (Siegerinterview)

Ergebnislisten: https://www.tack-events.com/eventliste/375282-2/ergebnisse/